Glossar

Analyse
Bei der Analyse werden Strukturparameter der Netze bestimmt und korrespondenzanalytische Koeffizienten zum Vergleich der Übereinstimmung von Netzen miteinander berechnet. Ebenso werden Funktionen zur grafischen (visuellen) Untersuchung unterstützt. Die Konfiguration ist nur innerhalb des Programms MaNET möglich. Die Testumgebung MaNET_TE kann nur zur Konstruktion verwendet werden.
 
Ausrichtung
Die Ausrichtung eines Netzes bezeichnet die Anordnung der Begriffe auf dem Bildschirm.
 
Begriff
Als Begriffe (oder Konzepte) werden die zumeist stichpunktartig reduzierten Kernbegriffe innerhalb eines concept-maps bezeichnet. Im grafentheoretischen Sinne werden diese als Knoten (nodes) bezeichnet.
 
concept-map
Als concept-map werden Strukturlegetechniken bezeichnet, bei denen Begriffe mit benannten Relationen miteinander verbunden werden. Die Bennenung der Relationen definiert den Zusammenhang, der zwischen den Begriffen besteht.
 
geschlossene Verfahren
siehe Strukturlegetechnik
Gewichtung
Bei der Bestimmung von Modalen Netzen: siehe  Modale Netze.
Bei der
Korrespondenzanalyse: Bei der Bestimmung der gewichteten Korrespondenzkoeffizienten wird das Verhältnis vom Umfang des Testpartnernetzes zu dem Umfang des Korrespondenznetzes berücksichtigt, um eine Verzerrung durch eine unterschiedliche Verknüpfungstendenz zu kompensieren.
Grafische Analyse
Die grafische Analyse stellt Funktionen zur Verfügen, die den visuellen Vergleich von Netzen unterstützt. Hier können zum Beispiel Netze in ihrer Ausrichtung aneinander angepasst werden und mehrere Netze gleichzeitig am Bildschirm betrachtet werden.
Konfiguration
In der Konfiguration eines Projektes wird festgelegt, welche Begriffe und welche Relationen genutzt werden können. Ebenso wird das Format (Farbe, Größe, Form, Schriftart) der Begriffe und Relationen festgelegt und auch das Verhalten der Testumgebung MaNET_TE parametrisiert. Die Konfiguration ist nur innerhalb des Programms MaNET möglich. Die Testumgebung MaNET_TE kann nur zur Konstruktion verwendet werden.
Konstruktion
Die Konstruktion bezeichnet den Erstellungsprozess eines Netzes. Hierbei werden die in der Konfiguration eines Projektes definierten Begriffe durch die Testpartner am Bildschirm angeordnet und mit den zur Verfügung stehenden Relationen miteinander in Zusammenhang gebracht. Die Konstruktion ist innerhalb des Programms MaNET und auch der Testumgebung MaNET_TE möglich.

Korrespondenzanalyse

Bei der Korrespondenzanalyse werden Netze miteinander auf Übereinstimmungen verglichen. Hierbei wird überprüft, welche Relationen zwischen zwei Begriffen innerhalb verschiedener Netze übereinstimmend vorgenommen wurden, bzw. welche Unterschiede bestehen. (siehe auch Formelsammlung)
 
Korrespondenzkoeffizienten
Korrespondenzkoeffizienten bezeichnen die Maßzahlen für die Übereinstimmung zweier Netze. Sie werden nach unterschiedlichen Anforderungen (C1, C2 und C3, siehe auch Formelsammlung) sowohl gewichtet als auch ungewichtet bestimmt.
Korrespondenznetz
Das Korrespondenznetz bezeichnet das Netz, welches als Vergleichsmaßstab zur Analyse von Netzen herangezogen wird. Als Korrespondenznetz können sowohl Referenznetze als auch Testpartnernetze ausgewählt werden. Für die Berechnung von korrespondenzanalytischen Faktoren ist es erforderlich ein Korrespondenznetz auszuwählen (selektieren). Für die Bestimmung von Strukturparametern ist die Auswahl eines Korrespondenznetzes nicht erforderlich.
MaNET
Mit MaNET wird das vollständige Programm der Mannheimer Netzwerk Elaborations Technik bezeichnet. Es enthält die Module zur Definition des Sets an Begriffen und Relationen (Konfiguration), die Möglichkeit zur Erstellung von Referenznetzen und Testpartnernetzen (Konstruktion) und zur Analyse.
MaNET_TE
MaNET_TE bezeichnet die Testumgebung, in der Testpartner Netze anhand vorgegebener Konfigurationen erstellen können. In der Testumgebung können keine Konfigurationen geändert werden und keine Analysen vorgenommen werden. Die Testumgebung kann daher auf beliebig vielen PC-Systemen installiert werden und auch den Testpartnern zur Installation auf eigenen Systemen übergeben werden.
Modales Netz
Ein Modales Netz bezeichnet ein Netz, das aus den Gemeinsamkeiten verschiedener Netze eines Gebiets erstellt wird. Hier gehen die Strukturparameter der ausgewählten Netze ein. Modale Netze können ungewichtet und gewichtet erstellt werden. Bei der Gewichtung wird berücksichtigt, ob sich die ausgewählten Netze in ihrem Umfang unterscheiden. Da bei der Bestimmung eines Modalen Netzes der durchschnittliche Umfang aller ausgewählten Netze als Umfang des modalen Netzes vorgegeben wird, gewährleistet ein Gewichtungsfaktor, dass sowohl Netze mit geringem Umfang als auch Netze mit hohem Umfang einen gleich hohen Anteil an der Bestimmung des Modalen Netzes haben können. Bei der Bestimmung des ungewichteten Modalen Netzes haben Netze mit einem großen Umfang einen stärkeren Einfluss auf das Modale Netz.
Netz
Als Netz wird jede Repräsentation bezeichnet, die anhand der vorgegeben Konfiguration erstellt wurde. Es kann sich hierbei um Testpartnernetze oder um Referenznetze handeln. Beide Arten von Netzen können auch als Korrespondenznetz ausgewählt werden.
offene Verfahren
siehe Strukturlegetechnik.
paper-pencil-Verfahren
In paper-pencil-Verfahren werden die Begriffe von Hand auf Papierkärtchen geschrieben und auf einer freien Fläche (Tisch, Metaplanwand) angeordnet. Die Relationen zwischen den Begriffen werden dann mit einem Stift auf der Fläche gezogen und beschriftet.
Projekt
Ein MaNET-Projekt bezeichnet Gesamtheit der Daten, die für die Konfiguration eines Wissensgebietes erforderlich sind und die Daten von bereits erstellten Netzen.
Referenznetz
Ein Referenznetz ist ein Netz zu einem vorgegeben Gebiet, welches im Regelfall von einem Fachexperten des Gebiets anhand einer vorgegebenen Konfiguration erstellt wurde. Referenznetze können nur innerhalb von MaNET konstruiert werden. Ein Projekt kann beliebig viele Referenznetze enthalten. Ein Netz als Referenznetz zu erstellen erleichtert es, die Übersicht in Projekten zu behalten. So können verschiedene Referenznetze (zum Beispiel. von verschiedenen Experten des Wissensgebietes) verwaltet und als Korrespondenznetz genutzt werden.
Relation
Relationen (Verknüpfungen) bezeichnen die benannten Verbindungen, die zwischen Begriffen vorgenommen werden können und den Zusammenhang zwischen den jeweiligen Begriffen beschreiben. In der Grafentheorie werden diese auch als Kanten (edges) bezeichnet.
 
Strukturlegetechnik
In Strukturlegetechniken werden Begriffe, die auf Begriffskärtchen geschrieben sind, auf einer Fläche angeordnet und miteinander in Zusammenhang gebracht. Die Auswahl der Begriffe kann auf verschiedene Art und Weise stattfinden. In geschlossenen Verfahren werden die Begriffe vorgegeben, in offenen Verfahren können die Begriffe frei gewählt werden. Auch die Art, in der die Begriffe in Zusammenhang gebracht werden, kann variieren. In manchen Verfahren werden Begriffe, die einen engen Zusammenhang aufweisen, nah beieinander angeordnet und Begriffe, die in geringem Zusammenhang miteinander stehen, weit voneinander entfernt. Sofern der Zusammenhang von Begriffen auch benannt werden soll, können auch hier offene Verfahren (keine Vorgabe von Relationen), teiloffene Verfahren (vorgegebene Relationen können um eigene Relationen ergänzt werden) und geschlossene Verfahren (es können nur vorgegebene Relationen) verwendet werden. Strukturlegetechniken werden mittels paper-pencil-Verfahren und computergestützt eingesetzt.

Bei
MaNET handelt es sich in Bezug auf die Begriffe um ein geschlossenes Verfahren. Bei den Relationen ist MaNET ein geschlossenes, bzw. teiloffenes Verfahren. Es kann in der Konfiguration eines Projektes definiert werden, ob in der Konstruktion durch die Testpartner über die vorgegeben Relationen hinaus auch eigene definiert werden dürfen. Sofern MaNET als teiloffenes Verfahren eingesetzt wird, sind für die korrespondenzanalytischen Berechnungen eventuell Umkodierungen erforderlich.
 
Strukturparameter
Strukturparameter bezeichnen charakteristische Maßzahlen eines einzelnen Netzes. (weitere Informationen: Formelsammlung)
teiloffene Verfahren
siehe Strukturlegetechnik.
Testpartner
Testpartner bzw. Testpartnerinnen sind die Personen, die anhand einer vorgegeben Konfiguration, Netze erstellen. In manchen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen werden sie auch als Untersuchungspersonen, Probanden oder Versuchspersonen bezeichnet. Da die Anwendung von MaNET jedoch nicht auf dieses Gebiet beschränkt ist, wird dem Begriff Testpartner der Vorzug gegeben.
Testpartnernetz
Testpartnernetze sind die von Testpartnern erstellten Netze zu einer vorgegebenen Konfiguration.
Umfang

Der Umfang eines Netzes bezeichnet die Anzahl der verwendeten Relationen.

Umkodierung
Um die Möglichkeiten der automatisierten korrespondenzanalytischen Auswertung umfassend nutzen zu können, ist es erforderlich, dass zu vergleichende Netze auch eine identische Konfiguration aufweisen. Sofern MaNET als teiloffenes Verfahren eingesetzt wurde, sind von den Testpartnern zusätzlich definierte Relationen zu vereinheitlichen. Dies kann durch die Zusammenfassung von ähnlichen Relationen verschiedener Testpartner zu einer gemeinsamen Relation (Umkodierung) erfolgen.
 
Verknüpfungsdichte
Verhältnis der Anzahl der in einem Netz enthaltenen Verknüpfungen zu der maximal möglichen Anzahl von Verknüpfungen bei vollständiger Vermaschung. siehe auch Umfang und Verknüpfungstendenz.
 
Verknüpfungstendenz
Mit der Verknüpfungstendenz wird das Verhältnis des Umfangs eines Testpartnernetzes zum Umfang des Referenznetzes bezeichnet. Die Verknüpfungstendenz geht in die Bestimmung der gewichteten Korrespondenzkoeffizienten ein.